Wertanlage Oldtimer 2026: Youngtimer im Aufwind, breiter Markt unter Druck
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1.550.000 US-Dollar setzt der US-Bewertungsdienst Hagerty in seiner Bull-Market-Liste vom Dezember 2025 für einen Porsche Carrera GT in Zustand 2 an, gebaut zwischen 2004 und 2007. Sieben Wochen später streicht derselbe Bewertungsdienst in seinem Quartalsindex einem Lancia B24 Spider America von 1954 ganze 19 Prozent vom Listenwert. Beide Werte stammen aus demselben Berichtszeitraum zwischen Ende 2025 und Anfang 2026, und zeigen entgegengesetzte Richtungen. Was dazwischen liegt, ist die eigentliche Geschichte des Jahres 2026, und sie handelt weniger von Baujahren als von Segmenten und Zuständen.
Kurzfazit: Der Oldtimermarkt 2026 spaltet sich: Supercars wie der Porsche Carrera GT und Youngtimer wie BMW M3 E46, BMW M5 E60 oder Mercedes 500 E legen zu, während klassische Nachkriegsmodelle wie der Lancia B24, der Plymouth Hemi Superbird oder der VW T1 Samba zweistellig nachgeben. Entscheidend ist nicht mehr das Baujahr, sondern Segment und Zustand, Käufer und Verkäufer sollten daher prüfen, welche Nachfragegruppe hinter ihrem Fahrzeug steht, statt sich auf pauschale Trends zu verlassen.
Inhalt dieses Beitrags
- Was die Zahlen aus der Bull Market List 2026 wirklich zeigen
- Die Gewinnerseite: Wertsteigerung bei Youngtimern und Supercars
- Die Verliererseite: Wo die Oldtimer-Preisentwicklung 2026 nach unten zeigt
- Gewinner und Verlierer im Überblick
- Segment schlägt Baujahr: Die eigentliche Trennlinie 2026
- Was das für Käufer und Verkäufer 2026 praktisch bedeutet
Was die Zahlen aus der Bull Market List 2026 wirklich zeigen
Hagerty hat seine Bull-Market-Liste für 2026 am 8. Dezember 2025 vorgelegt, und die elf Modelle darauf sagen mindestens so viel über die Käuferstruktur wie über die erwartete Wertsteigerung. Der Porsche Carrera GT führt mit 1.550.000 US-Dollar für ein Exemplar in Zustand 2 die Liste an, ein Youngtimer-Supersportwagen mit nur 1.270 gebauten Exemplaren, kein Vorkriegsklassiker. Am anderen Ende der Preisskala steht der VW Golf GTI VR6 der dritten Generation (1995–1998) mit 20.000 US-Dollar, gefolgt vom BMW M5 E60 (2006–2010) mit 36.000 US-Dollar in Zustand 2 und 22.000 US-Dollar in Zustand 3. Dazwischen: Nissan Skyline GT-R R33 (82.350 US-Dollar), Alfa Romeo GTV 1969–1972 (105.000 US-Dollar) und Mazda MX-5 NB (16.600 US-Dollar).
Diese Fahrzeuge trennen mehr als eineinhalb Millionen Dollar Listenwert, aber sie stehen alle auf derselben Liste, weil Hagerty sie als „appreciation-ready“ einstuft, als Fahrzeuge mit erwartbarem Wertzuwachs. Und die Begründung ist demografisch. Beim Golf GTI VR6 sind 78 Prozent der Interessenten 50 Jahre alt oder jünger, beim Skyline R33 kommen rund 60 Prozent des Interesses von 30- bis 49-Jährigen. Selbst beim Carrera GT sind 28 Prozent der Sammler in den Vierzigern oder jünger, und beim M5 E60 stammen laut Hagerty 58 Prozent des Interesses von Enthusiasten unter 40. Sieben der elf Listenplätze gehen an Fahrzeuge, die ab 1990 gebaut wurden.
Die Gewinnerseite: Wertsteigerung bei Youngtimern und Supercars
Das Preisguide-Update, das Hagerty am 1. Januar 2026 freigeschaltet hat, liefert die Bewegung dazu. Der BMW M3 E46 (2000–2006) legte im Durchschnitt aller Zustandsklassen um 30 Prozent zu, wobei die Bewegung fast ausschließlich von wenig gelaufenen Exemplaren kam: Zustand 1 nähert sich 90.000 US-Dollar, Zustand 2 rund 60.000 US-Dollar, während stark genutzte Autos kaum bewegt wurden. Der BMW M5 E60 stieg um 17 Prozent, in Zustand 1 sogar um 24 und in Zustand 2 um 12 Prozent, keine Überraschung für ein Auto, das Hagerty wenige Wochen zuvor auf die Bull-Market-Liste gesetzt hatte und von dem europäische Käufer inzwischen rund zehn Prozent der ursprünglichen US-Zuteilung zurück über den Atlantik geholt haben. Im Quartalsbericht der Hagerty-Indizes vom 30. Januar 2026 erreichte der RADindex für Fahrzeuge der Achtziger und Neunziger ein neues Allzeithoch, getragen unter anderem vom Audi Ur-Quattro mit plus 10 Prozent; auch der Supercar-Index markierte eine neue Höchstmarke. Größter Einzelgewinner unter den Indexkomponenten war allerdings ein Klassiker ohne jede Jugenderinnerung der neuen Käufer: die Mercedes-Benz 600 Limousine von 1970 mit plus 11 Prozent, ein Staatswagen, der schon immer in einer eigenen Liga spielte.
Wer Oldtimer als Wertanlage betrachtet, findet die deutschen Belege dafür eine Preisklasse tiefer, und in Euro statt Dollar. Nach Daten von classic-analytics (Bochum), die autoflotte im November 2025 veröffentlichte, stieg ein BMW 325i Baur (E36) in gepflegtem Zustand zwischen 2020 und 2025 von 5.500 auf 19.000 Euro, ein Mercedes E 320 (W124) von 6.400 auf 15.000 Euro, ein Volvo 850 T5 Kombi von 5.800 auf 19.000 Euro und ein Honda CRX von 5.000 auf 18.000 Euro. Der Honda NSX der ersten Generation verteuerte sich laut classic-analytics allein binnen eines Jahres um rund 20 Prozent; Marktdaten von Mai 2026 sehen ihn in Zustand 2 zwischen 93.500 und 126.500 Euro. Der Mercedes-Benz 500 E/E 500, der W124-Ableger, von dem zwischen 1990 und 1995 insgesamt 10.479 Exemplare entstanden und der bei Porsche in Zuffenhausen endmontiert wurde, gute Exemplare kosten heute rund 80.000 Euro, Fahrzeuge mit hoher Laufleistung 35.000 bis 55.000 Euro, Spitzenstücke über 100.000 Euro.
Die 30-Jahres-Grenze, die bislang über H-Kennzeichen und Steuervorteil entschied, verliert damit in manchen Marktsegmenten für die Preisbildung an Bedeutung. Die Youngtimer-Definition ist keine gesetzliche Kategorie, sondern eine Versicherungs- und Sammler-Konvention: üblich sind Fahrzeuge mit Erstzulassung vor mindestens 20, aber unter 30 Jahren. Erst mit 30 Jahren wechselt ein Fahrzeug in die Oldtimer-Kategorie mit der Möglichkeit auf ein H-Kennzeichen nach § 23 StVZO, steuerliche Vergünstigungen gelten für Youngtimer nicht. Der M5 E60 ist also ein Fahrzeug ohne Steuerbonus, das trotzdem kräftig im Wert steigt. Das erklärt sich weniger mit Nostalgie als mit jenen 58 Prozent Interesse von Enthusiasten unter 40, Käufern, die in den 1990er und 2000er Jahren jung waren und heute Kaufkraft haben.
Die Verliererseite: Wo die Oldtimer-Preisentwicklung 2026 nach unten zeigt
Der Lancia B24 Spider America von 1954 verlor im vierten Quartal 2025 laut Hagerty-Indexbericht 19 Prozent, der Plymouth Hemi Superbird von 1970 gab um 11 Prozent nach, zwei Fahrzeuge aus völlig verschiedenen Welten, italienischer Grand Tourer und amerikanisches Muscle-Car, mit derselben Richtung. Kein einziges Fahrzeug aus dem Ferrari-Index oder dem Index der erschwinglichen Klassiker legte im Quartal zu; im Blue-Chip-Index stieg nur der Aston Martin DB5 von 1965, um ein Prozent. Unter dem Strich gingen von elf Hagerty-Indizes sieben zurück, zwei traten auf der Stelle, nur zwei stiegen, und die beiden Gewinner waren ausgerechnet die jüngsten Segmente, Achtziger-/Neunzigerjahre-Autos und Supercars.
Im US-Preisguide selbst fielen die Verluste bei populären Modellen noch deutlicher aus: Der VW Typ 2 der ersten Generation (1950–1967) verlor 19 Prozent, ein 23-Fenster-Samba in Zustand 2 wird jetzt mit 150.000 statt 185.000 US-Dollar taxiert, nachdem Hagerty mehrere Verkäufe 25 bis 40 Prozent unter dem zustandsgerechten Wert registrierte. Der Porsche 968 (1992–1995) gab 17 Prozent nach, und Rob Sass vom Porsche-Clubmagazin Panorama nennt gegenüber Hagerty den Grund: Ein 996 Carrera in Zustand 3 kostet inzwischen so viel wie ein exzellenter 968, und die meisten Enthusiasten würden trotz aller 996-Schwächen den Elfer nehmen. Im Juli 2026 folgte die nächste Runde, diesmal mit dem VW Typ 2 erneut auf der Verliererliste, bei einem Hagerty Market Rating, das auf den niedrigsten Stand seit 2011 fiel.
Hierzulande, in Euro, nach classic-analytics, fallen die Korrekturen leiser aus, folgen aber derselben Logik; eine Eins-zu-eins-Übertragung der US-Werte auf deutsche Angebote wäre trotzdem falsch. classic-analytics-Chef Frank Wilke berichtete im November 2025, Händler verkauften weniger Autos, die Preise lägen im Schnitt drei Prozent unter dem Vorjahr. Einzelne Modelle fielen deutlich stärker: Der Aston Martin Lagonda (1988–1991) sank zwischen Oktober 2020 und Oktober 2025 von 80.000 auf 67.000 Euro, der Porsche 928 GTS von 82.000 auf 67.000 Euro, der Audi A8 4.2 quattro von 19.000 auf 12.000 Euro, der Mercedes 450 SE (W116) von 24.000 auf 21.000 Euro, ein Generationenwechsel hin zum Nachfolger W126.
Gewinner und Verlierer im Überblick
Die folgende Übersicht bündelt die markantesten Bewegungen aus Hagerty Price Guide und classic-analytics, ergänzt um Modelle, die im Text nicht einzeln auftauchen, als Orientierung für alle, die Oldtimer als Wertanlage prüfen, nicht als Kaufempfehlung.
| Modell | Bewegung | Zeitraum / Quelle (Markt) |
|---|---|---|
| BMW M3 E46 (2000–2006) | +30 %, Zustand 2 nahe 60.000 US-Dollar | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| BMW M5 E60 (2006–2010) | +17 %, Zustand 1 +24 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| Mitsubishi Lancer Evolution IX (2006) | +17 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| Audi Ur-Quattro (1980–1991) | +10 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| Mercedes-Benz 600 (1970) | +11 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| BMW 325i Baur (E36) | 5.500 auf 19.000 Euro | classic-analytics, 2020–2025 (DE) |
| Mercedes E 320 (W124) | 6.400 auf 15.000 Euro | classic-analytics, 2020–2025 (DE) |
| VW T1 Samba 23 Fenster | −19 % (185.000 auf 150.000 US-Dollar), Juli 2026 erneut −16 % | Hagerty Price Guide (USA) |
| Porsche 968 (1992–1995) | −17 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| Fiat 124 Spider (1966–1979) | −17 %, Zustand 3 sogar −35 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| VW Käfer (1968–1979) | −11 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| Dodge Viper (1996–2002) | −8 % | Hagerty Price Guide, Jan. 2026 (USA) |
| Jeep CJ-7 (1976–1986) | −22 % | Hagerty Price Guide, Juli 2026 (USA) |
| Buick GS (1968–1972) | −18 % | Hagerty Price Guide, Juli 2026 (USA) |
| Lancia B24 Spider America (1954) | −19 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| Plymouth Hemi Superbird (1970) | −11 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| Pontiac Bonneville Cabriolet (1957) | −14 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| MGB (1963) / Buick GS455 Cabriolet (1970) | je −12 % | Hagerty-Indizes, Q4 2025 (USA) |
| Aston Martin Lagonda (1988–1991) | 80.000 auf 67.000 Euro | classic-analytics, Okt. 2020–Okt. 2025 (DE) |
| Porsche 928 GTS | 82.000 auf 67.000 Euro | classic-analytics, Okt. 2020–Okt. 2025 (DE) |
| Mercedes 450 SE (W116) | 24.000 auf 21.000 Euro | classic-analytics, Okt. 2020–Okt. 2025 (DE) |
Segment schlägt Baujahr: Die eigentliche Trennlinie 2026
Brian Rabold, bei Hagerty für die Indizes verantwortlich, beschrieb den Gesamtmarkt Ende Januar 2026 als „mixed, mostly sluggish“ gemischt, träge, aber ausdrücklich nicht fallend. Sein Kollege Adam Wilcox sprach am 25. Februar 2026 von einem „K-förmigen“ Markt: Die Januar-Auktionen in Kissimmee, Scottsdale und Paris setzten 678 Millionen US-Dollar um, nach 446 Millionen im Vorjahr, bei rund 500 weniger angebotenen Fahrzeugen und einer um drei Punkte niedrigeren Verkaufsquote. Der Durchschnittspreis stieg um 71 Prozent, weil eine Handvoll achtstelliger Zuschläge ihn nach oben zog; der Medianpreis, der Ausreißer ausblendet, fiel auf ein Rekordtief.
Am 25. März 2026 legte Wilcox nach: Das Hagerty Market Rating stieg zwar auf 59,01 Punkte, den höchsten Wert seit sechs Monaten, getrieben von einem weiteren Enzo im achtstelligen Bereich und einem Carrera GT für 6,7 Millionen US-Dollar. Wie schnell das obere Ende davonläuft, zeigt der Carrera GT selbst: Hagertys Valuation Tool führt einen 2005er in Zustand 3 im August 2026 bereits bei rund 2,3 Millionen US-Dollar, ein Plus von gut 90 Prozent binnen eines Jahres; der Bull-Market-Wert vom Dezember ist damit überholt. Der Hagerty Market Index dagegen fiel den dritten Monat in Folge auf 171,04 Punkte, den tiefsten Stand seit über vier Jahren und 17 Prozent unter dem Hoch vom Dezember 2022. Bei Fahrzeugen unter 250.000 US-Dollar meldeten Versicherungskunden in 16 der vergangenen 18 Monate häufiger Wertsenkungen als Erhöhungen; bei teureren Fahrzeugen war es umgekehrt. Europa liefert das Spiegelbild: RM Sotheby’s versteigerte während der Rétromobile in Paris Fahrzeuge im Rekordwert von 81 Millionen Euro, Gooding Christie’s erzielte Höchstpreise für Ferrari 288 GTO und FXX. Ist der Markt deshalb tot, wie es ein Händler im Mai auf YouTube fragte? „Das ist Unsinn“, sagt Frank Wilke und trennt sauber zwischen Auktionsbühne und dem Händler- und Privatmarkt, auf dem die meisten Autos den Besitzer wechseln. Dort legte der Deutsche Oldtimer-Index des VDA zum 1. Januar 2025 nur um 1,85 Prozent auf 2.985 Punkte zu und blieb damit erneut unter der Inflationsrate.
Das ist keine Alters-, sondern eine Preissegment- und Zustandsfrage. Ein Vorkriegsfahrzeug mit hoher Seltenheit und dokumentierter Historie bewegt sich in einem anderen Markt als ein Nachkriegsmodell aus Großserienproduktion, das primär über Nostalgie verkauft wurde. Und innerhalb eines Modells trennt sich der Zustand, bei vielen Modellen inzwischen wichtiger für den erzielbaren Preis als kleinere Baujahrsunterschiede: Beim Fiat 124 Spider (US-Daten) verloren Concours-Fahrzeuge rund 10 Prozent, Autos in Zustand 3 dagegen 35 Prozent, von rund 20.000 auf etwa 14.000 bis 16.000 US-Dollar. Käufer honorieren fertige, gut dokumentierte Fahrzeuge deutlich stärker, und sind laut Hagerty immer weniger bereit, für Autos mit Mängeln zu zahlen, sofern diese nicht deutlich günstiger sind. Beim Käfer führt Hagerty den Rückgang ebenfalls vor allem auf Zustand-3-Autos zurück, beim M3 E46 stiegen umgekehrt nur die wenig gelaufenen Exemplare.
Was das für Käufer und Verkäufer 2026 praktisch bedeutet
Wer 2026 einen BMW M5 E60 zum Hagerty-Wert von 36.000 US-Dollar oder einen Golf GTI VR6 für 20.000 US-Dollar erwirbt, investiert in ein Segment, das laut den vorliegenden Zahlen an Wert gewinnt, ohne die Steuervorteile eines H-Kennzeichens, weil beide Fahrzeuge die 30-Jahres-Hürde erst erreichen müssen. Wer dagegen einen Plymouth Hemi Superbird, einen Lancia B24 oder einen frühen Samba im Bestand hat, sitzt auf einem Fahrzeug, das binnen eines Quartals zweistellig verloren hat; Hagerty erwartet beim Samba eine weitere Annäherung an das Preisniveau von Anfang 2021. Was in diesem Umfeld zählt, ist Zustand plus Papier: Fahrzeuge mit lückenloser Historie und belegter Originalität erzielen messbar bessere Ergebnisse als vergleichbare Autos mit Lücken, welche Modelle konkret unter Druck geraten, haben wir in Welche Oldtimer verlieren 2026 an Wert aufgeschlüsselt.
Für die Wertanlage heißt das nüchtern: Die Marktdaten sagen nichts darüber aus, ob sich diese Bewegung 2027 fortsetzt oder umkehrt. Sie sagen nur, was zwischen dem vierten Quartal 2025 und dem Sommer 2026 gemessen wurde: eine klare Trennung zwischen den Fahrzeugen, die Käufer aus einer neuen Generation ansprechen, und jenen, deren Käuferbasis schrumpft oder zumindest nicht mehr im gleichen Tempo nachkauft. Der Bestand wächst derweil weiter: Zum 1. Januar 2026 zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 923.538 Oldtimer in Deutschland, darunter 822.537 Pkw, vier Prozent mehr als im Vorjahr (888.355). Mehr Angebot trifft auf wählerischere Käufer. Was Händler auf den Frühjahrsmessen dafür verlangten, haben wir im Preisspiegel nach den Frühjahrsmessen dokumentiert. Wer Oldtimer als Wertanlage oder Kapitalanlage mit Rendite-Erwartung kauft, sollte den Hagerty-Hinweis mitlesen, dass parallel der Goldpreis binnen sechs Monaten um fast 50 Prozent stieg, vermögende Käufer schichten offenbar in Sachwerte um, und die Supercar-Rekorde sind eher Teil dieser Bewegung als ein Signal für den breiten Markt. Der nächste große Test für das obere Marktende sind die Auktionen in Monterey im August.

